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Ich hatte mal einen Billy. Nein, keinen Billy-Boy in rot, schwarz oder violett und mit Geschmack, nein, den schwedischen Billy. Den Billy aus dem Elch-Möbelhaus, in dem man bevorzugt Bücher aufbewahrt. Warum ist das jetzt so interessant? Naja, weil Billy inzwischen erwachsen geworden ist, er feierte unlängst seinen 30. Geburtstag, wie eine meiner besten Freundinnen. Der Unterschied ist nur, SIE möchte diese Tatsache am liebsten ignorieren, das Elch-Möbelhaus widmet Billy ein eigenes Buch. Immerhin ist Billy das meistverkaufte Regal der Welt und steht lt. Statistik seit 1979 in Deutschland in 18 Millionen Haushalten. Die Statistik sagt aber nicht, in wie vielen von diesen Haushalten es NICHT mehr steht. In meinem zum Beispiel.

Bitte versteht das nicht falsch, ich liebe IKEA. Ich gehöre zur IKEA-Generation, bin mit denen aufgewachsen und habe, wie unendlich viele andere auch, meine erste Wohnung mit Elch-Möbeln ausgestattet. Mein TV-Tisch stammt noch aus dieser Zeit, hat unendlich viele Umzüge überlebt und gehört vermutlich inzwischen ins Design-Museum. IKEA war die Revolution schlechthin, machte es doch Schluss mit dem spiessigen Polstermöbel-Haus-Mief unserer Eltern. Die haben uns geduzt! Machen sie immer noch… Wenn damals jemand „Frau Neumann“ zu mir gesagt hat, fühlte ich mich nie angesprochen, „Frau Neumann“ war meine Mutter.
Billy steht irgendwie stellvertretend für die gesamte IKEA-Philosophie: Massenprodukt, günstig, trotzdem individuell (Ja, das geht! Guckt Euch das Buch an!) und unglaublich anpassungsfähig, passt ja wirklich beinahe überall rein. Vielleicht nicht gerade zum Gelsenkirchener Barock, aber wer von der IKEA-Generation mag den schon?!
Es ist schon eine Leistung für so einen kleinen Billy, 30 Jahre lang produziert zu werden. Darum hat er sein Buch auch verdient: „Billy. 30 Jahre alt – 30 Jahre jung“, 14.95 € bei http://www.zweitausendeins.de. Und natürlich bei IKEA.

Ach ja…. warum steht jetzt bei mir kein Billy mehr? Er ist schlicht und ergreifend unter der Mordslast meiner Krimis zusammengebrochen.

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