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An mein Du

Es ist mal wieder Zeit, mir Gedanken zu machen.
Gedanken über Dich, mein Du.
Seit vielen Jahren sind wir jetzt genau das:
ein WIR.
Dabei sah das ja gar nicht so aus,
zu unterschiedlich die beiden Ich.
Ein norddeutscher Emotionssparer
gegen Berliner Herz-und-Schnauze-Temperament?
Ein nüchterner wirtschafts-wissenschafts-Mathefreak
gegen musisch-literarische Schreiberline?
Und doch!
Da war der erste Kuss,
da waren viel Gespräche und Briefe,
viel Lachen und ganz viel Gefühl.
Für Dich, für mich, für uns.
Damit es nicht alltäglich wird und normal,
daß Du mein Du bist
über das ich mich jeden Tag
auf´s Neue freu,
eben dies hier:
Mein Du magst zwar den Mey nicht, aber
besser kann ich Dir das einfach nicht sagen…

Zeit und Raum

gefunden über google


Lieg ich allein im Dunkel
Mit meinen Gedanken an Dich,
Hör ich oft ein flüstern und munkeln,
Spüre ein rascheln und kuscheln um mich

Wende ich dann den Kopf auf dem Kissen
Weht ein leiser Hauch mich an
Von Sehnsucht und auch von vermissen,
An Deine Hände und Lippen denk ich dann.

Aber der Hauch trägt auch Versprechen,
Eine Spur von Deinem Duft,
Eine Verheißung, Verlockung, einen stillen Ton
Nach Zärtlichkeit, Hingabe, Lust

Meine Gedanken folgen diesem stillen Ton
Bis in meine Hände hinein,
Die tasten und streicheln und wünschen:
Lass es doch bald die Deinen sein…

Und meine Sehnsucht hebt sich hinweg,
Über mich, wie ein Seifenblasen-Traum
Hoch und höher, über alle Sterne,
Über das Leben, Zeit und Raum

Irgendwo dort, wo alle Träume leben,
Wo sie Walzer mit den Sternen schweben,
Drängen meine Sehnsüchte den Deinen entgegen,
Die sich genau so in die Nacht erheben.

Sie treffen sich, werden zu Goldgefunkel,
Vereinen sich zu einem zärtlichen Traum.
Dort ist es niemals dunkel…
In unserer Umarmung in Zeit und Raum.

(Veröffentlicht in „Lyrik und Prosa unserer Zeit. Neue Folge,Bd. 1″ Karin Fischer Verlag, Aachen)

Sechs kurze Gedichte

Meine Spiegel

Deine schönen Augen
Sind meine Spiegel.
Wenn meine Nasenspitze fast
Die Deine berührt,
Sehe ich mich in Dir.
Ich gehe durch Deine Spiegel
Und bin wie Alice im Wunderland
Durch mein eigenes Spiegelbild
In das Wunderland Deiner Seele gegangen.
(Veröffentlicht in “Lyrik und Prosa unserer Zeit. Neue Folge,Bd. 1″ Karin Fischer Verlag, Aachen)

Kalt gelassen?

Deine Hände
Sanft suchend auf meinem Körper,
Vorsichtig, als wäre ich aus Glas.
Ich suche Dich neben mir
Strecke die Hände aus,
Dir entgegen,
Meine Lippen auf den Deinen.
Hat Dich das kalt gelassen?

Splitter

Es war schön mit uns.
Wir lagen beieinander unter Sternen
Und ich habe Deine Atemzüge gezählt,
jeden einzelnen
Ganz still lagen wir da,
Du, den Kopf auf meiner Brust,
Ich, Deine Schläfen berührend.
Plötzlich sagtest Du: Nein!
Und in mir sind nur noch Splitter…

Hände

Hände sprechen.
Sie sagen, ich mag Dich;
Geh weg!
Sie können streicheln und schlagen,
halten und festhalten,
loslassen und fallenlassen. Was tun Deine Hände mit mir?

Ein neuer Anfang

Unsere Beziehung hatte einen Sprung.
Mißverständnisse,
Scherben vor meinen Füßen,
Die Vase mit den roten Rosen
Habe ich gegen Dein Foto geschmissen!
Du willst kommen und mit mir reden
Und ich sehe nur Dich;
Sehne Dich herbei
Und fürchte mich.
Dann bist Du da.
Ich werfe mich in Deine Arme –
Alles wieder gut.

Berührungen

Ich berühre Dich mit den Augen,
zärtlich.
Sie streicheln
Deine Schläfen
Deine Augen
Deine Lippen
Deinen Hals
Deine Schlüsselbeine
Deine Brust
Deine Arme
Deinen Schoß
Sie entkleiden Dich,
Langsam, staunend,
Immer wieder
Das erste Mal
(Veröffentlicht in “Lyrik und Prosa unserer Zeit. Neue Folge,Bd. 1″ Karin Fischer Verlag, Aachen)